Am Ende waren’s nur noch drei – und trotzdem feiert die HSG!

VÖLKLINGEN (fst) – Mit nur sieben Feldspielern war die Mannschaft der HSG Worms zum Oberligaauswärtsspiel bei der HSG Völligen angereist, mit schier unglaublichen drei Feldspielern beendeten die HSGler eine hoch emotionale Partie. Und die Wormser durften feiern. Trotz beinahe aussichtsloser Lage feierten die Gäste einen 28:26 (13:13)-Auswärtserfolg im Saarland. „Ich bin so stolz auf meine Mannschaft, die sich diesen Sieg mit einer unglaublichen Leistung erkämpft und verdient hat“, kommentierte HSG-Trainer Gerd Zimmermann den Achtungserfolg in Deutschlands vierter Liga. Der Trainer, die Spieler und auch die mitgereisten Fans konnten kurz nach Schlusspfiff kaum fassen, was sie da 60 Minuten auf dem Spielfeld miterlebten. „Solche Siege sind ganz selten in einer Handballkarriere, den dürfen wir genießen“, sagt Gerd Zimmermann, der über 60 Minuten ein ausgeglichenes Spiel gesehen hat, das die Mannschaft schließlich über den Willen für sich entschieden habe. 

Ein Blick auf den Spielverlauf unterstreicht die Sichtweise des Trainers: Nach der 1:0-Führung durch HSG-Kreisläufer Moritz Brestrich, der mit sieben Toren einen persönlichen Bestwert in der Saison aufstellen konnte, wechselten sich beide Mannschaften mit dem Torewerfen ab. Beim Spielstand von 8:8 ging dann erstmalig Völklingen in Führung (18). Die HSG aus Worms, die durch die jüngsten Verletzungen von Jörn Christmann, Thomas Elgert und Kubo Balaz mit nur sieben einsatzfähigen Feldspielern angereist war, ließ sich vom Rückstand jedoch nicht beirren. Konsequent erkämpfte sich die Mannschaft Tor um Tor und ging so mit einem 13:13-Unentschieden in die Halbzeitpause. Ausgeglichen blieb die Partie dann auch mit Beginn des zweiten Durchgangs. Der Wahnsinn begann dann in der 54. Spielminute. Bei 24:23-Führung musste der aufopferungsvoll kämpfende Kai Zimmermann wegen seiner dritten Zeitstrafe mit rot vom Feld. Somit hatte Gerd Zimmermann keinerlei Wechseloptionen mehr auf der Bank. Nach zwei weiteren Toren durch Denis Markert, der zum 25:23 und 26:24 entscheidend traf, folgten die Minuten des Irrsinns. Völklingen erzielte das 26:25 zwei Minuten vor Schluss. Moritz Brestrich wurde parallel mit einer Zeitstrafe vom Feld geschickt. Da waren es nur noch fünf HSGler. In Unterzahl erzielte Spielmacher Michal Kurka 27:25, ehe auch er mit zwei Minuten vom Platz musste. Da waren es nur noch vier HSGler. Auch Kapitän Markus Metzdorf muss dann noch mit zwei Minuten vom Feld, wodurch die drei wacker kämpfenden HSGler Alex Eusterholz, Fabian Markert und Denis Margret 30 Sekunden lang auf sich alleine gestellt waren. Und das Trio schaffte beinahe unmögliches: In dreifacher Unterzahl kassierten sie nur einen Treffer und erzielten mit der Schlusssirene in Person von Fabian Markert den 28:26-Siegtreffer. „Mein Dank gilt der Mannschaft und den mitgereisten Fans, die uns großartig unterstützt haben“, bilanzierte ein zufrieden Gerd Zimmermann. 

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