Aus der Verfolgerrolle zum nächsten Sieg

WORMS – In der Verfolgerrolle trainiert es sich deutlich befreiter. Das stellten die Handballer der HSG Worms in den zurückliegenden Tagen fest. Nach der turbulenten und viel beachteten Heimniederlage gegen die bis dahin punktgleiche TuS Dansenberg herrschte in der Vorbereitung auf das nächste Auswärtsspiel beim HVV Vallendar (Samstag, 18:00 Uhr, Konrad-Adenauer-Halle) wieder deutlich mehr Ruhe. „Das war definitiv eine ungewohnte Situation für meine Mannschaft, die trotz der Niederlage einiges aus dem Spiel gelernt hat. Der Umgang mit einer beeindrucken Kulisse, dem Medienrummel und die ganzen anderen Nebenschauplätzchen, damit mussten wir auch erst lernen umzugehen und wir haben es getan. Handballerisch waren wir Dansenberg einfach nicht gewachsen an diesem Tag, aber trotzdem war das Spiel wichtig für unseren Lern- und Weiterentwicklungsprozess. Nur jetzt lernen und entwickeln wir uns eben in der Verfolgerrolle weiter“; sagt HSG-Trainer Gerd Zimmermann.

Den nächsten Entwicklungsschritt müssen die Wormser Handballer nun im Rheinland beim aktuellen Tabellenvierten gehen. Die Vallendarer Löwen gehören bislang, ebenso wie die HSG Worms, zu den Überraschungsmannschaften der vierten Liga. Trotz einiger personeller Veränderungen stellt der HVV Vallendar nach elf Spieltagen zusammen mit Spitzenreiter Dansenberg die stärkste Defensive der Oberliga. Vor dem euphorischen Vallendarer Publikum haben die Löwen bislang vier ihrer fünf Spiele gewonnen, darunter auch ein deutlicher 27:17-Erfolg gegen das offensivstarke Topteam Sportfreunde Budenheim. Dier HSG entführte in der zurückliegenden Saison einen Punkt aus dem Rheinland. Das ist auch das Minimalziel für das jetzige Aufeinandertreffen, wie Gerd Zimmermann betont. „Ich will immer gewinnen und nach der jüngsten Niederlage erst recht.“ Aufgrund der Defensivstärke des Gegners sei ein Auswärtssieg allerdings nicht vom Vorbeigehen zu holen. „Wir müssen bei eigenem Ballbesitz geduldig bleiben und uns Lücken im gegnerischen Deckungsverbund erarbeiten. Vallendar ist ähnlich wie wir sehr auf den schnellen Ballgewinn bedacht. Das müssen wir bei unseren Spielzügen berücksichtigen und Fehler vermeiden. Auf der Gegenseite müssen wir die jungen und hochtalentieren Löwen aus dem Rückraum in den Griff bekommen, ebenso wie den überragenden Kreisläufer Oliver Lohner.“

Eine wichtige Rolle in den Plänen des Wormser Trainers spielt Rückraumspieler Lucas Gerdon. Die Nummer 24 der HSG wechselte vor der Saison aus Vallendar in die Nibelungenstadt und soll seine ehemaligen Kollegen ärgern. „Lucas wird besonders heiß sein. Jedoch darf er sich von dieser besonderen Situation nicht aus dem Konzept bringen lassen, auf Abschlusssituationen warten und der Abwehr helfen“, sagt Gerd Zimmermann über seinen Schützling, der wie alle anderen HSGler trotz des kräftezehrenden Spitzenspiels gegen Dansenberg fit und einsatzfähig. Lucas Gerdon sagt über das Spiel gegen seinen Exclub: „Natürlich ist es immer etwas Besonderes, gegen seine ehemaligen Kameraden zu spielen. Ich werde trotzdem alles dafür geben, mit meinen Jungs die Punkte aus Vallendar zu entführen. Dass ich den einen oder anderen Löwen kenne, dürfte sicherlich von Vorteil sein. Jedoch geht es in erster Linie darum, mein Spiel weiterhin in die Spielweise meiner Jungs möglichst effizient einzubinden. Da kann, will und muss ich mich noch verbessern.“

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