Derby-Generalprobe verpatzt – Blick geht trotzdem nach vorne

MÜLHEIM – Die Generalprobe für das große Derby mit der TG Osthofen haben sich die Handballer der HSG Worms anders vorgestellt. Eine Woche vor dem Lokalduell in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar zwischen den Nachbarn aus Worms und Osthofen verlor die HSG im letzten Auswärtsspiel des Jahres. Beim TV Mülheim setzte es eine 26:31(13:13)-Niederlage. HSG-Trainer Gerd Zimmermann konnte dem Auftritt seiner Mannschaft nicht viel Positives abgewinnen: „In Mülheim sind viele unserer Stärken nicht zum Tragen gekommen, aber letztlich ist die Niederlage ganz klar auf unsere katastrophale Chancenverwertung zurückzuführen. Einzig positiv ist, dass auf eine verpatzte Generalprobe in der Regel eine gelungene Uraufführung folgt. Gegen Osthofen werden wir alles besser machen.“

Dass die Generalprobe vor dem Derby in die Hose gehen würde, zeichnete sich bereits in den Anfangsminuten der Partie ab. Eigentlich sah der Wormser Matchplan für das Auswärtsspiel im Rheinland nämlich vor, mit geballter Offensivkraft den defensivschwachen Gegner zu überrennen. Jedoch legte die HSG einen Fehlstart hin. Während die HSG-Sieben im Angriff beste Torchancen liegen ließ, agierte der Defensivblock nicht mit der letzten Konsequenz. So lief die HSG vom Anpfiff weg einem Rückstand hinterher (1:3, 7., 5:9, 18.). Auch zahlreiche Spielerwechsel von Trainer Gerd Zimmermann zeigten keinerlei Wirkung, die der gesamte Kader weder mit dem Mülheimer Angriffsspiel noch mit dem eigenen Torabschluss zurechtkam. Wie man den Ball erfolgreich im Tor versenkt, demonstrierte auf Seiten der Gegner Rückraumshooter Max Zerwas. Obwohl HSG-Trainer Gerd Zimmermann eindringlich vor der Torgefahr des besten Werfers in der aktuellen Oberligasaison gewarnt hatte, war der groß gewachsene Mülheimer nicht aufzuhalten. Gleich zwölf Mal bezwang er den Wormser Deckungsverbund. „Wir wussten, dass er seine Tore macht“, sagte Gerd Zimmermann und kritisierte: „Aber die Mitspieler von Max Zerwas haben viel zu viele Tore gemacht.“ Trotzdem reichte eine kleine Hochphase der Wormser kurz vor der Halbzeitpause, um den Rückstand zu egalisieren (13:13, 30.).

Dieser kurze und erfolgreiche Zwischenspurt verlieh der HSG mit Beginn der zweiten Halbzeit Auftrieb. Obwohl technische Fehler und Fehlwürfe auch nach dem Seitenwechsel das Spiel der Gäste prägten, konnte sich Mülheim nicht absetzen. Stattdessen ging die HSG in der 40. Spielminute sogar überraschend mit 20:19 in Führung. „Dann haben wir uns selbst wieder im Weg gestanden“, monierte Gerd Zimmermann, dessen Truppe die Führung schnell wieder aus der Hand gab. Mülheim war zwar bis zum Schlusspfiff kaum besser als die HSG, jedoch erzielten die Gastgeber die notwendigen Tore. „Mit so vielen Torchancen gewinnst du normalerweise drei Spiele in der Oberliga. So schwer es auch fällt, aber wir müssen diesen Rückschlag abhaken und zum Jahresabschluss gegen Osthofen noch einmal alles geben. Mit der Unterstützung unserer Fans wollen und werden wir noch einmal unseren besten Handball zeigen“, sagte Gerd Zimmermann.

Aufstellung: Palzer, Gieger, D. Markert (3), F. Markert (5), Metzdorf (2), Reichelt (2), Christmann (3), Schloß (4), Zimmermann (2), Eusterholz (1), Ruß (1), Gerdon, Balaz (3)

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