Die zweite Luft kommt zu spät – Niederlage in Vallendar

VALLENDAR – „Meine Mannschaft hat sich niemals aufgegeben, ist durch eine großartige Moral noch einmal zurückgekommen, aber letzten Endes waren das über das gesamte Spiel gesehen einfach zwei, drei individuelle Fehler zu viel von uns“, resümierte Gerd Zimmermann, Trainer der HSG Worms, nach der zweiten Niederlage in Folge in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Beim HVV Vallendar unterlag die Zimmermann-Sieben in einem bis zur letzten Sekunde spannenden Spiel letztlich denkbar knapp mit 28:29 (14:14).

Wie knapp Sieg und Niederlage im Handballsport beieinander liegen, mussten die Wormser Handballer im Auswärtsspiel bei den Vallendarer Löwen über nahezu die komplette Spieldauer am eigenen Leib erfahren. Dass die Partie der beiden Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel der vierten Liga mit nur einem Treffer entschieden werden würde, zeichnete sich nämlich vom Anpfiff weg ab. Bis zum 4:4-Ausgleich der Gastgeber waren es die Gäste aus Worms, die das Geschehen bestimmten. Trotz der verletzungsbedingten Ausfälle von Fabian Russ und Christian Kulaszewicz sowie dem schwer angeschlagenen Fabian Markert legte die HSG vor. Immer wieder provozierte die 6:0-Deckung der Wormser Fehler im Vallendarer Angriffsspiel. Anspiele an Löwen-Kreisläufer Oliver Lohner fingen die Wormser ab und markierten im Gegenstoß einfache Tore. Doch mit zunehmender Spieldauer fanden die Gastgeber Lösungen, um den Wormser Deckungsverbund und HSG-Torwart Sascha Gieger zu überwinden. So entwickelte sich über weite Strecken der ersten Halbzeit ein Spiel auf Augenhöhe. Wenige Minuten vor der Halbzeit gelang es dann der HSG, eine Drei-Tore-Führung herauszuwerfen (13:10, 23.). Jedoch sorgten individuelle Fehler in Angriff und Abwehr dafür, dass die HSG quasi mit dem Pausenpfiff den Ausgleich hinnehmen musste. „Das darf uns einfach nicht passieren, da müssen wir cleverer agieren und den schwächelnden Gegner durch Nachlässigkeiten nicht aufbauen“, kommentierte Gerd Zimmermann den Pausenstand von 14:14.

An Cleverness und Konzentration mangelte es dann auch nach dem Seitenwechsel im Wormser Spiel. Zu Beginn der zweiten Halbzeit ließen die HSGler einige Torchancen liegen und verteidigten zudem nicht konsequent genug, wodurch Vallendar über 14:15 auf 17:22 davonzog (40.). Bis in die Schlussphase der Partie gelang es den Wormsern nicht, den Rückstand aufgrund individueller Fehler zu verkürzen. Doch dann bekam die Zimmermann-Sieben noch einmal die zweite Luft. Im Angriff wurde von der einen auf die andere Minute wieder zielstrebiger und effizienter gespielt, in der Abwehr zwang Worms den Gegner dazu, sein Glück wie zu Beginn der Partie mit Anspielen über den Kreis zu versuchen. Weil das Spiel mit Löwen-Kreisläufer Oliver Lohner auch in der Schlussphase nicht fruchtete, verkürzten die HSGler den Rückstand zwei Minuten vor Schluss auf ein Tor. Der Ausgleich blieb den Gästen jedoch verwehrt, Vallendar rettete den knappen Vorsprung letztlich clever über die Zeit. „Hätten wir fünf Minuten länger gespielt, oder einfach fünf Minuten stärker gespielt, dann hätten wir mit Sicherheit etwas Zählbares mitgenommen. So haben wir die dritte Niederlage kassiert, und zwar erneut gegen eine Spitzenmannschaft. Jetzt müssen wir gegen die Kellerkinder aus Nieder-Olm den Bock vor heimischem Publikum umstoßen und unseren Fans über 60 Minuten unseren besten Handball zeigen“, sagt Gerd Zimmermann.

Aufstellung: Gieger, Elgert, Zimmermann (2), D. Markert (8), F. Markert (1), Gerdon (2), Christmann (1), Eusterholz (3), Reichelt (1), Metzdorf (1), Balaz (1), Schloß (8)

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