Handball für Jamie

WORMS – „Wir spielen für Jamie und seine Liebsten“, sagt der Trainer der HSG Worms, Gerd Zimmermann, mit Blick auf das nächste Oberligapunktspiel in der heimischen BIZ-Südhalle. Am Sonntag empfängt der aktuelle Tabellenachte aus Worms die SG Saulheim zum Nachbarschaftsduell zweier Rheinhessen in Deutschlands vierthöchster Spielklasse. Das Kräftemessen mit dem Tabellensechsten aus Saulheim habe nach Meinung des Trainers nicht nur durch den Aspekt der Regionalität einen ganz besonderen Charakter, sondern auch die Hiobsbotschaft des an Blutkrebs erkrankten Nachwuchs-HSGlers Jamie spiele beim ersten Heimauftritt nach Bekanntwerden des Schicksalsschlages eine Rolle. „Natürlich war das in den letzten Tagen ein Thema in der Kabine“, berichtet Zimmermann, der die Aufbruchsstimmung rund um die unzähligen Hilfsaktionen für den kleinen Jungen auf das Feld übertragen möchte. „Das wird uns und unseren Fans noch einmal einen Zusatzschub Energie verleihen, mit dem wir einen etablierten Oberligisten hoffentlich schlagen können.“

Folgt man dem Gesetz der Serie, so geht die Favoritenrolle im Duell zweier Mannschaften aus dem gesicherten Mittelfeld der Tabelle an die gastgebende HSG. Fünf ungeschlagenen Spielen auf Wormser Seite stehen drei Spiele ohne Niederlage in Saulheim gegenüber. Diese Statistik lasse in den Augen des Trainers jedoch keinerlei Rückschluss auf die Rollenverteilung im Nachbarschaftsduell zu. „Beide Mannschaften liefern durch gute bis sehr gute Leistungen momentan ab, letztlich werden am Sonntag also die Tagesform und taktische Nuancen die Partie entscheiden“, ist Zimmermann überzeugt. Als einen möglichen Schlüssel zum Erfolg sieht der Wormser Coach das eigene Tempospiel an. Aus einer stabilen Defensive müsse die Mannschaft über die erste und zweite Welle druckvoll und torgefährlich agieren, um so zu einfachen Toren zu kommen. Das gelang bei der 21:26 Hinspielniederlage nämlich nicht, wodurch das Spiel letztlich verloren ging. Aus dem gebundenen Spiel sei die massive Saulheimer Deckung in der 6:0-Deckung nur durch mutige und zugleich geduldige Individualaktionen und Spielzüge auszuhebeln. „Das kann uns bei der Qualität des Gegners nicht in jedem Angriff gelingen, weshalb es auf Aktionen ankommt, in denen die Saulheimer Abwehr noch nicht organisiert steht“, analysiert Zimmermann und fordert deshalb ein beherztes Zuwerkegehen seiner Schützlinge. Beim jüngsten Auswärtspunkt in Völklingen habe die Mannschaft das zeitweise vermissen lassen. „Die Jungs wissen was sie können und was sie zuletzt für die Mannschaft geleistet haben. Mancher muss an den zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen, andere müssen eine Schippe drauflegen“, sagt der sportliche Leiter der HSG, Hans-Karl Böhnert, der trotz der komfortablen Tabellensituation keine Nachlässigkeiten duldet. Denn: „Die nächste Saison beginnt schon in wenigen Monaten und jeder hat die Chance, sich schon heute für weitere Aufgaben zu empfehlen.“

Eine Einsatzgarantie erhält deshalb keiner seiner Akteure von Coach Zimmermann, auch wenn natürlich Stammspieler wie Außenspieler Christian Kulaszewicz und Denis Markert gegen Saulheim wieder eine wichtige Rolle zukommen dürfte. Ob Kapitän Markus Metzdorf nach langer Verletzungspause von Beginn an spielen wird, lässt Zimmermann genauso wie die übrige Mannschaftsaufstellung offen. Fehlen werden definitiv die Langzeitverletzten Kubo Balaz, Fabian Ruß, Thomas Elgert und Florian Reichelt. Fabian Markert trainierte in den zurückliegenden Tagen aufgrund seiner Verletzung aus dem Völklingen-Spiel nicht mit der Mannschaft. Bei der Mannschaft waren dagegen Kubo Balaz und Fabian Ruß: „Beide befinden sich auf einem guten Weg, aber da gehen wir auf keinen Fall ins Risiko und führen sie den Rest der Saison im Training behutsam wieder zurück zu alter Stärke“, sagt Zimmermann abschließend.

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