Harter Kampf, verdienter Sieg: HSG Worms zähmt Merziger Wölfe

MERZIG –Wenig souverän, aber dennoch erfolgreich entführten die Handballer der HSG Worms zwei Punkte beim Auswärtserfolg gegen den HSV Merzig-Hilbringen. In einem, wie von HSG-Trainer Gerd Zimmermann prognostiziert, kampfbetonten Oberligaspiel feierten die Wormser einen 29:27 (18:18)-Sieg beim Tabellenvorletzten aus dem Saarland. „Wir haben zwar nicht wie erhofft den nächsten Entwicklungsschritt gemacht und den arg in Abstiegsnöten befindlichen Gegner dominiert, aber wir haben Charakter gezeigt und uns durch diesen Sieg weiter in der Spitzengruppe festgesetzt“, resümierte Gerd Zimmermann nach 60 packenden Minuten, geprägt von harten Zweikämpfen und ständigen Führungswechseln.

Zunächst waren es die favorisierten Gäste aus der Nibelungenstadt, die das Spielgeschehen bestimmen. Gegen sichtlich nervöse Merziger ging die HSG mit 3:1 in Führung (4.). Dreh- und Angelpunkt im Wormser Spiel war in der Anfangsphase Florian Reichelt (2), der im Innenblock die Abwehr organisierte und bei eigenem Ballbesitz als Kreisspieler Lücken für seine Mitspieler riss und sich selbst in die Torschützenliste eintrug. Bereits nach wenigen Spielminuten sah alles danach aus, als könnten die Wormser ihrer Favoritenrolle gerecht werden und die abstiegsbedrohten Wölfe früh zähmen. Doch wie so oft im bisherigen Saisonverlauf, leisteten sich die HSGler auch beim Auswärtsauftritt im Saarland nach einem guten Start einen Durchhänger. Und wenn es bei der HSG nicht läuft, bestraft der Gegner das stets mit aller Härte. So drehte der HSV die Partie nach zehn Spielminuten aufgrund von unvorbereiteten Wormser Torabschlüssen, die Gegenstoßtore für die Gastgeber zur Folge hatten (4:6). „So wollten wir eigentlich unsere Tore erzielen. Stattdessen machen wir in dieser Phase einen angezählten Gegner unnötig stark“, monierte Gerd Zimmermann in der Rückbetrachtung. Auch zwei Timeouts des Wormser Mannschaftsverantwortlich früh im Spiel verpufften, änderte sich doch wenig an der unkonzentrierten Spielweise in Angriff und Abwehr. „Die Schwächephasen machen deutlich, was uns noch zur absoluten Spitze in der vierten Liga fehlt“, kommentierte Gerd Zimmermann den Durchhänger seiner Truppe und führte aus: „Andere Spitzenteams leisten sich auch schwächere Phasen im Spiel, aber bei uns schlägt sich eine Schwächephase leider in der Regel massiv aufs Ergebnis nieder.“ Weil die Gastgeber in schöner Regelmäßigkeit am stark aufgelegten HSG-Torhüter Thomas Elgert scheiterten, gingen die beiden Mannschaften mit einem 18:18-Unentschieden in die Halbzeitpause.

Auch nach dem Seitenwechsel bewegten sich die Teams bis zur 40. Spielminute komplett auf Augenhöhe (21:21). Doch dann setzte die HSG zum Zwischenspurt an. Angeführt vom wacker kämpfenden Jörn Christmann (3), der im Wechsel auf Linksaußen und auf der Spielmacherposition das Heft des Handelns in die Hand nahm, zogen die Gäste auf vier Tore davon (26:22, 45.) Als sich eine Vorentscheidung zu Gunsten der HSGler anbahnte, leistete sich die Zimmermann-Sieben jedoch erneut eine Schwächephase. Mit dem Quäntchen Glück und überragenden Paraden von Thomas Elgert kam Merzig-Hilbringen aber nicht mehr heran, Wormser brachte den Sieg über die Zeit. „Heute können wir uns bei Thomas bedanken, der einige freie Bälle grandios entschärft hat. Aber auch seine Vorderleute haben kämpferisch alles gegeben, auch wenn noch nicht alles geklappt hat“, bilanzierte Gerd Zimmermann. Wie treffend die Analyse des Trainers ist, wird am Bespiel des immer stärker werdenden Jörn Christmanns deutlich. Einem Fehlpass ohne jeglichen Druck des Gegners ließ der flinke 18ner der HSG zwei wunderschöne Tore per Drehen folgen.

Aufstellung: Elgert, Balaz (1), Zimmermann (2), Eusterholz (1), D. Markert (5), Gerdon (3), F. Markert (5), Metzdorf (3), Reichelt (2), Christmann (3), Russ (2), Kulaszewicz, Schloß (2)

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