Kampf, Kampf, noch mehr Kampf und zwei Punkte bei der HSG Kastellaun/Simmern

SMMERN- Einen Handballkrimi sondergleichen durchlebte die HSG Worms mit ihren mitgereisten Fans beim Oberliga-Auswärtsspiel im Hunsrück. Bei der HSG Kastellaun/Simmern gewann der Tabellenfünfte aus der Nibelungenstadt denkbar knapp mit 30:29 (14:14). In einer hochdramatischen letzten Spielminute war es HSG-Spielmacher Denis Markert (9), dem sechs Sekunden vor dem Abpfiff das goldene Tor gelang. „Als Handballer beißt man auf die Zähne, auch wenn es mal wehtut“, sagte der Matchwinner, dessen Bruder Fabian ebenfalls sagenhafte zehn Treffer erzielte, nach dem Schlusspfiff.

Genießen konnte er seine spielentscheidende Aktion aber nur bedingt. Denn dem sehenswerten Angriff mit temporeichen Kreuzungen, den Denis Markert als Rechtshänder eiskalt von den rechten Rückraumposition mit dem Siegtreffer gekrönt hat, ging eine längere Verletzungspause voraus. Vor der letzten Aktion im Spiel lag nämlich ausgerechnet der Wormser Spielmacher für längere Zeit verletzt am Boden. Dass sich Denis Markert von einer überharten Abwehraktion des Gegners nicht hat unterkriegen lassen, war ein Sinnbild für den gesamten Spielverlauf. Das findet auch HSG-Trainer Gerd Zimmermann rückblickend. „Das war ein sehr kampfbetontes Spiel mit der einen oder anderen überharten Situation.“ Dass die Mannschaft trotzdem beide Punkte gegen nach wie vor im Abstiegskampf steckende Hunsrücker eingefahren hat, sei laut dem Wormser Coach insbesondere auf einen Faktor zurückzuführen: „Obwohl meine Jungs viel einstecken mussten, haben sie sich nicht aus dem Konzept bringen lassen und gekämpft wie die Löwen.“ Dass die Partie bis zum Schluss eng bleiben würde, zeichnete sich bereits im ersten Durchgang ab. Zunächst legten die Gäste aus Worms ergebnismäßig vor. Doch die gastgebende HSG agierte äußert körperbetont und ließ die gastierende HSG nicht davonziehen. Neben der harten Spielweise des Gegners machten es sich die Wormser das Leben aber auch selbst schwer, zielten sie beim Torwurf doch ein ums andere Mal zu genau. Immer wieder landete der Ball an Pfosten oder Latte, anstatt in den Maschen des Gegners. Nach knapper 8:7-Führung drehte der Gegner die Partie und ging mit 10:9 in Führung (20.). Bis zur Pause egalisierte die Zimmermann-Sieben diesen Rückstand, sodass die Mannschaften mit einem 14:14-Unentschieden in die Pause gingen.

Nach dem Seitenwechsel waren es dann erneut die Gäste, die mehr Würfe als der Gegner im Tor unterbringen konnten. 15 Minuten vor Schluss sah dann sogar alles danach aus, als würde die HSG Worms einen hart erkämpften Auswärtssieg einfahren. Denn zu diesem Zeitpunkt führten die Gäste mit 24:21. „Eine doppelte Unterzahlsituation zu überstehen, das war ein echter Reifetest für meine Jungs“, kommentierte Gerd Zimmermann die Phase, als das Pendel langsam aber sicher in Richtung seiner Mannschaft auszuschlagen schien. Doch Kastellaun/Simmern gab sich nicht geschlagen und stellte in der 54. Spielminute erneut auf Unentschieden (24:24). Bis in die letzte Spielminute agierten beide Mannschaften auf Augenhöhe. Und dann schlug die Stunde von Denis Markert. „Es war ein Krimi bis zum Schluss. Und so ein Krimi macht natürlich besonders Spaß, wenn man am Ende die zwei Punkte aus Simmern entführt. Ein riesen Kompliment an die Jungs, die wirklich viel einstecken mussten. Die zweiwöchige Osterpause kommt nach so einem Duell natürlich gerade recht.“

Aufstellung: Gieger, Noss, Christmann (3), Balaz (1) Zimmermann (1), D. Markert (9), F. Markert (10), Kulaszewicz (2), Eusterholz, Russ, Metzdorf (1), Schloß  (3)

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