Kein Durchkommen durchs Abwehrbollwerk

Beim Nachbarschaftsduell zwischen der HSG Worms und der SG Saulheim ist genau das eingetreten, wovor der Wormser Trainer Gerd Zimmermann im Vorfeld des Oberligaauswärtsspiels seiner Mannschaft gewarnt hatte: Vom Anpfiff weg entwickelte sich eine Abwehrschlacht, die letztlich die Gastgeber aus Saulheim mit 21:26 (11:12) für sich entschieden. „Wir haben uns den Spielstil von Saulheim aufzwingen lassen, weshalb unser Tempospiel auf der Strecke blieb“, sagt Zimmermann im Nachgang der Partie mit Blick auf die schwache Torausbeute seiner Schützlinge.

Dass die HSGler innerhalb von 60 Spielminuten lediglich 21 Mal netzten, sei in den Augen des Trainers auf gleich zwei maßgebende Faktoren zurückzuführen: Zum einen fand der Angriff aus dem gebundenen Spiel heraus nur selten eine Lücke im Saulheimer 6:0-Deckungsverbund. „Wir sind zu oft und zu schnell in wenig aussichtsreiche Eins-Gegen-Eins-Situationen gegangen, die die erfahrenen Oberligaspieler der Gastgeber zu verteidigen wussten“, analysiert Zimmermann. Zum anderen war der Fehlerteufel im Torabschluss auch beim Rheinhessen-Derby in Saulheim wie so oft in dieser Saison omnipräsent. „Das Wurfbild ist momentan einfach nicht variabel genug, um starke Torhüter wie SG-Schlussmann Sebastian Brose in Bedrängnis zu bringen“, so der Wormser Coach. Diese Defizite in der Offensive machten sich vom Anpfiff weg bemerkbar. Über 3:2 setzte sich die gastgebende SG auf 5:2 ab (13.). „Bereits die Anfangsphase hätte für uns eigentlich eine deutliche Warnung sein müssen, dass Saulheim sein gewohntes Spiel mit kompakter Defensive und geduldiger Offensive durchziehen möchte“, meint Zimmermann, der von außen mitansehen musste, wie seine Mannschaft keinen Schlüssel gegen dieses Spielkonzept fand. Hoffnung keimte erstmals kurz vor der Pause auf, als HSG-Neuzugang Jakub „Kubo“ Balaz (3) mit seinem ersten Tor für seinen neuen Verein den 10:11-Aschlusstreffer erzielte. Den Ausgleichstreffer schafften die Wormser Handballer trotz bester Chancen jedoch nicht mehr vor der Halbzeitpause.

Und auch nach der Pause warteten die zahlreich mitgereisten Fans vergebens auf die Egalisierung des Rückstandes. Zwar rückten die Gäste ein ums andere Mal bis auf ein Tor an Saulheim heran, der Ausgleich sollte aber nie fallen. Stattdessen zog Saulheim ab der 50. Spielminute auf fünf Tore davon, was die gastgebende Mannschaft bis zum Schlusspfiff verteidigte. „Nach der tollen zweiten Halbzeit gegen Völkingen war das leider wieder ein Rückschritt“, konstatiert Coach Zimmermann, der nun mit seiner Mannschaft eine letzte intensive Trainingswoche in der Nikolaus-Dörr-Halle absolvieren möchte. „Bevor wir aufgrund der Flüchtlingssituation in die BIZ-Südhalle umziehen, möchten wir den Fans noch Illtaler bieten.“

Bemerkung: Am Montag folgt eine eigene Pressemitteilung samt Foto zur Verpflichtung von Jakub „Kuba“ Balaz, der in der Presse bisher immer als „Kubo“ Balaz genannt wird.

Aufstellung: Palzer, Kaltenthaler, Elgert (alle Tor), Feil, Ermisch (2), Metzdorf (1), Klimavicius (2), Kulaszewicz (3), Schloß (1), Balaz (3), F. Markert (5), D. Markert (4), Ströning, Eusterholz

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