Keine Punkte im Rheinhessenduell

WORMS – „Für die Zuschauer war das Rheinhessenduell ein Spektakel, für mich als Trainer war es das erwartete Duell zweiter starker Oberligamannschaften, die allerdings beide ziemlich schlecht verteidigt haben“, sagt der Trainer der HSG Worms, Gerd Zimmermann, zum Spiel seiner Schützlinge bei den Sportfreunden Budenheim. Erstmalig in der noch jungen Oberligasaison schwächelte nicht nur die bislang so starke Abwehr der HSG, sondern erstmals holten die Wormser auch keine Punkte. Mit 31:37 (14:18) unterlagen die als Tabellenführer nach Budenheim angereisten HSGler den Sportfreunden – und zwar völlig verdient, wie Trainer Gerd Zimmermann rückblickend findet: „Das Spiel ist irgendwie in jeder Hinsicht komisch gelaufen. Natürlich war die Abwehr die größte Katastrophe, aber auch im Tor gab es für meine Jungs nichts abzugreifen und im Abschluss haben wir uns ohne Harz auch überraschend schwer getan. Die frühe Verletzung von Denis Markert war da leider nur die Spitze des Eisbergs. Mit 31 Toren ist die Wahrscheinlichkeit eigentlich sehr hoch, ein Auswärtsspiel zu gewinnen. Wir haben es trotzdem geschafft, was natürlich ärgerlich ist.“

Eigentlich wollte der HSG-Verantwortliche die Sportfreunde Budenheim mit einer offensiven 3:2:1-Deckung überraschen. Der zimmermann’sche Matchplan sah zumindest auf dem Taktikbrett vor, die Wirkungskreise des großgewachsenen und extrem abschlussstarken Budenheimer Rückraums durch frühzeitiges Attackieren einzuengen. Fehlschüsse und Ballgewinne auf Seiten der Sportfreunde wollte die HSG durch Tempospiel und einfache Tore bestrafen. Jedoch musste der Wormser Trainer vom Anpfiff weg feststellen, dass die Übersetzung von der Theorie in die Praxis an diesem Tag einfach nicht gelingen wollte. Die HSG erzielte zwar fleißig Tore. Jedoch fielen die Wormser Treffer größtenteils aus dem gebundenen Angriffsspiel gegen die erwartungsgemäß wenig sattelfeste 6:0-Deckung der Sportfreunde. Das Fehlen von Toren aus der ersten und zweiten Angriffswelle schlug sich jedoch nicht nur negativ auf der Ergebnistafel nieder, sondern machte in erster Linie deutlich, dass die 3:2:1-Deckung der HSG nicht wie geplant funktionierte. Nach einer 4:3-Führung (6.) drehte Budenheim das Rheinhessenduell (7:10, 16.) und ging schließlich mit einer Vier-Tore-Führung in die Halbzeitpause (14:18).

Neben dem Rückstand hatte die Zimmermann-Sieben auch eine Kopfverletzung von Denis Markert zu verkraften. Der Spielmacher stellte sich zwar auch nach Wiederanpfiff in den Dienst der Mannschaft und versuchte dem Team zumindest ein paar Minuten zu helfen, die frühe Kopfverletzung war dem 20er der HSG jedoch anzumerken. „Nach dem ersten oder zweiten Angriff hatte ich einen Brummschädel. Man kann als Handballer ja viel einstecken, aber so eine Kopfverletzung ist halt einfach schwierig“, ärgert sich Denis Markert. Deshalb musste er über weite Strecken des zweiten Durchgangs von außen mitansehen, wie seine Mannschaft der Durchschlagskraft des Budenheimer Rückraums nichts entgegenzusetzen hatte. Nicht alles versucht zu haben, das darf sich die HSG nicht vorwerfen lassen. „Wir haben auf eine 6:0 umgestellt, den Torwart gewechselt, jeden einsatzfähigen Spieler reingeworfen und sogar verschiedene offensive Abwehrvarianten mit teils mannbezogener Verteidigung probiert, aber der Gegner hat im Grunde immer eine Lösung gefunden. Trotz der schlechten Abwehr wäre in Budenheim vielleicht etwas drin gewesen, aber irgendwie sollte es an diesem Wochenende einfach nicht sein. Aber wir denken auch nach Niederlagen von Spiel zu Spiel und wollen am kommenden Wochenende vor heimischem Publikum wieder in gewohnter Manier in der Abwehr zu Werke gehen und gegen Illtal gewinnen. Aber auch das wird ein verdammt schweres Spiel, auf das wir uns trotzdem freuen. Eine Niederlage tut weh, ist aber für meine Mannschaft aber kein Beinbruch.“

Aufstellung: Noss, Gieger, Metzdorf (2), Schloß (8), Reichelt (2), D. Markert, F. Markert (1), Kulaszewicz (1), Eusterholz (2), Zimmermann (7), Gerdon (2), Klöckner, Christmann (5), Klimavicius (1)

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