Kraftakt bringt nächsten Oberligasieg

MERZIG – Weit mehr als zwei Stunden Busfahrt, ein dezimierter Kader und eine verschlafene Anfangsphase: All diesen Widrigkeiten trotzten die Handballer der HSG Worms im Duell mit dem HSV Merzig-Hilbringen und gewannen das nächste Oberligaspiel mit 32:27 (13:14). „Was die Mannschaft in diesem Spiel geleistet hat, das ist einfach sensationell“, bilanzierte der sportliche Leiter der Wormser, Hans-Karl Böhnert, nach 60 packenden Handballminuten an der luxemburgischen Grenze mit nur einem Torwart und acht Feldspielern.

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Obwohl Böhnert und sein Trainer Gerd Zimmermann unisono von einer geschlossenen Mannschaftsleistung sprachen, ragte doch letztlich ein Akteur im Leistungsvergleich der beiden punkgleichen Mannschaften heraus. Und dieser trug zur Freude aller Wormser Handballer das HSG-Trikot mit der Nummer 20: Spielmacher Denis Markert steuerte 14 Tore und zahlreiche Vorlagen bei und hatte laut Böhnert maßgeblichen Anteil am Auswärtserfolg der HSG. Aber auch der beste Wormser Torewerfer der laufenden Runde konnte den Fehlstart seiner Mannschaft nicht verhindern. Die motivierten und aggressiv agierenden Gastgeber überrannten die HSGler in den Anfangsminuten förmlich und erspielten sich binnen weniger Minuten eine Vier-Tore-Führung (2:6, 9.). Während die Gästeabwehr aus dem gebundenen Spiel gewohnt sicher verteidigte, zeigte die Zimmermann-Sieben im Umschaltspiel von Angriff auf Abwehr einige Schwächen. Merzig-Hilbringen spielte nach Ballgewinn stets schnell nach vorne und brachte das Spielgerät über wenige Passstationen im Wormser Torgehäuse unter. Die HSG zeigte sich unbeeindruckt von dem suboptimalen Start. Anstatt in Panik zu verfallen, spielten die HSGler im Angriff geduldig weiter. Weil dadurch die Zahl der Ballverluste auf ein Minimum reduziert werden konnte und die Gästemannschaft stattdessen mit dem Torewerfen begann, war das Spiel Mitte der ersten Halbzeit wieder offen. Über 5:7 verkürzten die Handballer aus der Nibelungenstadt den Rückstand bis zur Halbzeitpause auf 13:14.

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Nach dem Seitenwechsel gelang den Gästen sofort der Ausgleich. Mit diesem Erfolgserlebnis im Rücken legten die HSGler weiter nach und zogen bis zur 45. Spielminute auf sechs Tore davon (26:20). Der gastgebende HSV reagierte auf die drohende Niederlage mit einer Vielzahl an taktischen Varianten. Ob siebter Feldspieler oder konsequente Manndeckung, kein Mittel brachte die HSG aus der Ruhe. „Wir haben den Handball gezeigt, für den wir Wormser seit langem stehen. Leidenschaft, gepaart mit spielerischen Lösungen und taktischer Cleverness, sorgten für einen mehr als verdienten Auswärtserfolg“, sagte Coach Zimmermann, der nach dem 32:27-Sieg jedoch nicht gänzlich ausgelassen feiern durfte. Nach einem Zusammenprall verletzte sich nämlich Spielmacher Markert. Auch Linksaußen Christian Kulaszewicz beendete die Partie angeschlagen. Wie schwer die Verletzungen sind, das werden ärztliche Untersuchen unter der Woche zeigen. „Wir werden aber ungeachtet der Personallage eine hochmotivierte und leistungsfähige Mannschaft im Heimspiel gegen Kastellaun-Simmern auf die Platte bringen“, garantierte Zimmermann.

Aufstellung: Palzer, Drees,  Eusterholz (3), Kulaszewicz (3),  F .Markert (6), Schloß (1),  D. Markert (14), Reichelt (3), Klimavicius (2)

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