Niederlage beim Aufsteiger

SÖHREN – Ein Haftmittelverbot, Unparteiische mit einem ganz schwachen Tag, die Verletzungsmisere und die jüngste Bekanntgabe, dass Trainer Gerd Zimmermann nach der Saison nicht mehr auf der Bank sitzen wird: All das könnten die Handballer der HSG Worms als Erklärung dafür heranziehen, weshalb man sich beim Tabellenschlusslicht der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar  blamiert hat. All diese vermeintlichen Einflussfaktoren im Samstagabendspiel in Deutschlands vierter Liga gegen den Aufsteiger SG Gösenroth/Laufersweiler sind jedoch letztlich kein Grund für eine überraschende und völlig unnötige 28:31 (11:10)-Auswärtsniederlage. „Das war definitiv unsere schwächste Saisonleistung“, kommentierte ein enttäuschter Gerd Zimmermann die erste Niederlage nach zuletzt drei Siegen in Serie.

Dass die HSG durch die Pleite im Hunsrück auf den fünften Tabellenplatz abgerutscht ist, das interessierte nach dem Schlusspfiff wahrlich niemanden. Denn während die Gastgeber ausgelassen feierten und selbst nicht so recht wussten, wie sie gegen den glasklaren Favoriten aus der Nibelungenstadt einen solchen Erfolg feierten konnten, war auf Wormser Seite jede Menge Frust zu vernehmen. „Die Jungs sind sauer und enttäuscht über gezeigte Leistung. Es bringt jetzt nicht draufzuhauen, sondern wir müssen nach vorne schauen und uns beim nächsten Mal wieder von unserer guten Seite zeigen“, sagte der sportliche Leiter der HSG Florian Stenner. Der Verantwortliche und die mitgereisten Fans sahen beim Aufsteiger, in dessen Heimspielstätte ein striktes Harzverbot herrscht, zunächst einen guten Start der HSG. Die 3:2:1-Abwehrformation verteidigte aufmerksam und zwang den Gegner zu Ballverlusten. Die Gegenangriffe waren dann zumeist von Erfolg gekrönt, den die SG Gösenroth/Laufersweiler war nur selten in der Lage Wormser Angrifsskonzepte zu verteidigen. „Da hat man schon gesehen, dass dem Gegner noch einiges für eine etablierte Oberligamannschaft fehlt“, sagte Florian Stenner mit Blick auf die Anfangsphase, in der sich die HSG zwischenzeitlich auf 6:2 abgesetzt hatte. Doch durch eine Mischung aus eigenverschuldeten Fehlern in Angriff in Abwehr sowie zahlreichen fragwürdigen Pfiffen durch die Schiedsrichter, die keine klare Linie erkennen ließen, war die Führung binnen weniger Minuten dahin. Zwar blieb die HSG bis zur Halbzeit in Führung, allerdings deutete sich bereits vor dem Pausentee an, dass die Gastgeber noch einmal in Spiel finden würden. Passend dazu fiel die Pausenführung der Zimmermann-Sieben mit 11:10 denkbar knapp aus. 

Nach dem Seitenwechsel dauerte es dann keine 30 Sekunden und der Gegner glich zum 11:11 aus, ehe die Partie wenige Minute später komplett zu Gunsten der SG gedreht war. „Wir haben komplett den Faden verloren und uns ähnlich wie bei der Niederlage in Saulheim die Butter vom Brot nehmen lasen“, sagte Gerd Zimmermann mit Blick auf den Verlauf der zweiten Halbzeit. Während die HSG in der Abwehr keinerlei Zugriff mehr fand, verteidigte der Gegner mit zunehmender Spieldauer kompakter. „Wir haben es der Heimmannschaft aber auch die zu leicht gemacht“, gestand Gerd Zimmermann und führte exemplarisch die zahlreichen Kreisanspiele an, die in den Händen des Gegners landeten und zu Gegenstoßtoren en Masse führten. Weil dann auch noch Pech im Torabschluss dazukam – mit Ausnahme von Jörn Christmann (9) , Markus Metzdorf (5) und Denis Markert (7)  traf kein Spieler so oft wie normal – endete die Partie 28:31 aus Sicht der HSG. „Die Niederlage geht absolut in Ordnung, jedoch ist sie unglaublich ärgerlich. Ich gehe davon aus, dass wir im Rückspiel zeigen können und werden, dass wir eigentlich die deutlich bessere Mannschaft sind. Dennoch wünschen wir dem engagierten Aufsteiger viel Erfolg für die restliche Saison, auch wenn es für die junge Mannschaft vermutlich sehr schwer werden wird“, sagte Florian Stenner abschließend. 

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