Peter Gasz kommt doch nicht: Die ausführlichen Hintergründe

WORMS – Die HSG Worms bekam am Montagabend in Person von Hans-Karl Böhnert, sportlicher Leiter, persönlich von Peter Gasz mitgeteilt, dass er entgegen seiner Zusage doch nicht zur neuen Saison von der TG Osthofen in die Nibelungenstadt wechseln wird. Zum Gespräch in der Nikolaus-Dörr-Halle sagt Hans-Karl Böhnert: „In dem Gespräch hat Peter die HSG gebeten von seinem Versprechen in der nächsten Saison für die HSG zu spielen, Abstand zu nehmen. Als Begründung in dem Vier-Augen-Gespräch hat er gesundheitliche Gründe angeführt und beispielhaft seine frühe Auswechslung beim TGO-Spiel in Saulheim angeführt. Ich finde es toll, wenn ein Spieler auf die Signale seines Körpers hört und sich neue Ziele in seinem Leben setzt. Natürlich respektieren wir den Wunsch von Peter, mit dem wir konstruktive Gespräche geführt haben. Aufgrund des sportlichen Verlusts müssen wir uns nun wieder auf die Suche nach einem Kreisläufer begeben. Außerdem müssen wir uns nun etwas einfallen lassen, wie wir die ihm zugedachte Rollen im Hinblick auf Videoanalysen und als verlängerter Arm des Trainers auf dem Spielfeld lösen. Wir wünschen Peter alles Gute für seinen weiteren Lebensweg.“

Nun zur Begründung der TG Osthofen, die in Person von Ralph Müller am Dienstagmittag eine Pressemitteilung veröffentlicht hat: 

Peter Gasz, derzeit Spieler der Oberligamannschaft der Handballer der TG Osthofen hat sich nun doch entschieden, bei seinem bisherigen Verein zu bleiben. Der im Sommer 2014 zur TGO gestoßene Spieler hatte zuvor Gespräche mit den Verantwortlichen Hans-Karl Böhnert und Gerd Zimmermann in Worms geführt und eigentlich war man sich über den Wechsel des Ungarn zur HSG Worms einig. In einer Presseveröffentlichung wurden dann allerdings Dinge wiedergegeben, die – zumindest ist dies die Sicht des betroffenen Spielers – so nicht vereinbart waren. Es war die Rede von Co-Trainer-Tätigkeit, verlängerter Arm auf der Spielfläche und auch davon, dass Peter Gasz Videoanalysen vorbereiten solle. Auch Darstellungen in der Presse, wonach der Spieler „sich mutmaßlich nach einer anderen neuen Station umgeschaut“ habe, die TGO also sowieso habe verlassen wollen und sich auch seinem bisherigen Verein nicht mehr – wie noch vor einem Jahr – verpflichtet gefühlt habe, haben dann zu einem Stimmungswandel geführt. Peter Gasz fühlt sich in Osthofen unverändert wohl und möchte sich – nach den Unruhen der letzten Tage – nun wieder voll auf den Handballsport konzentrieren. Auch die Verantwortlichen der TG Osthofen freuen sich auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Spieler.

Quelle: Pressemeldung/TG Osthofen (VÖ 07.02.02017)

Auf Bitten der Wormser Zeitung haben wir daraufhin eine Gegendarstellung aufgesetzt, die von TGO-Seite angegebenen Beweggründe für das Nichtzustandekommen des Wechsel entkräftet und gar als Unwahrheit entlarvt. Warum hier nicht offen mit uns umgegangen wird, ist uns leider nicht bekannt, es hat sich auch auf Nachfrage keiner am gestrigen Dienstag von Seiten der TGO-Verantwortlichen gemeldet. Wir hoffen dennoch darauf, dass das klärende Gespräch mit ihnen zustande kommt. 

Mit Blick auf die Darstellungen von Seiten des TGOlers Ralph Müller, von der der sportliche Leiter am Dienstag erfahren hat, stellt Hans-Karl Böhnert klar: „Peter hat uns persönlich aufgrund von gesundheitlichen Bedenken abgesagt. Zudem hat er mir gesagt, dass er auch mit dem Gedanken spielt, in seine Heimat Ungarn zurück zu kehren, um sein angefangenes Sportstudium zu beenden. Absprachen im Hinblick auf eine Arbeit als des Trainers verlängerter Arm auf dem Spielfeld sowie die Videoanalysen, wie von der TGO korrekt dargestellt, wurden mit mir und Gerd Zimmermann besprochen. Das dies nicht Teil der Vereinbarung gewesen sei, wie es der Spieler nun offensichtlich und warum auch immer mit den TGO-Verantwortlichen besprochen hat, sind schlichtweg nicht korrekt. Diese angesprochenen Aufgaben außerhalb des Spielbetriebs sind nicht nur in einer von der HSG Worms veröffentlichten Pressemitteilung in Schrift festgehalten, sondern der Text ist in exakt diesem Wortlaut in Abstimmung mit Peter Gasz veröffentlicht worden. Die Freigabe für die Veröffentlichung der Pressemitteilung liegt uns natürlich schriftlich vor und kann gerne jederzeit der Presse zur Verfügung gestellt werden oder von Vereinsverantwortlichen der TG Osthofen eingesehen werden.

Dass die angesprochen Themen nun zu einem Stimmungswandel bei Peter Gasz geführt haben, wie es die TG Osthofen schildert, irritiert mich. So stelle ich mir die Frage, weshalb Peter nicht uns seine Bedenken im Hinblick auf diese Aufgaben mitgeteilt hat und wir noch einmal darüber gesprochen haben. Es hätte sich sicherlich eine Lösung gefunden, dass Peter als reiner Kaderspieler unseren Verein bereichert. Dass er dann auch noch in einem persönlichen Gespräch mit mir seine Zukunftspläne in Ungarn und in erster Linie seine Bedenken im Hinblick auf den körperlichen Zustand als Grund für das Nichtzustandekommen des Wechsels angibt, das kann wohl nur der Spieler selbst aufklären oder die TG Osthofen, die dies in ihrer Pressemitteilung so darstellt, ohne Peter Gasz selbst zu Wort kommen zu lassen. Wir sind jedenfalls irritiert von diesen Darstellungen.

HSG-Pressesprecher Florian Stenner macht einen Vorschlag: „Ich denke, es sollten alle Beteiligten einmal an einen Tisch geholt werden, um die Sache zu klären. An der Entscheidung von Peter Gasz zu seinem Verbleib wird dies nichts ändern, es gibt von Seiten der HSG-Vereinsverantwortlichen aufgrund der jüngsten Entwicklungen kein Interesse mehr an einer Zusammenarbeit jetzt oder in Zukunft. Da ich in beide Vereine gute Kontakte pflege, würde ich mich trotz meiner Funktion als Pressesprecher der HSG für ein moderierendes Gespräch anbieten. Als benachbarte Vereine sollten wir die Sache klären, um auch in Zukunft ein gutes Miteinander zu pflegen. Daher bitte ich Vertreter der TG Osthofen, Kontakt mit mir hinsichtlich einer möglichen Aussprache aufzunehmen. Bei dieser Gelegenheit kann ich auch gerne die Freigabe der Pressemitteilung von Peter Gasz mitbringen, sie liegt schriftlich vor.“

Die schriftliche Freigabe der Pressemitteilung erfolgte am 23. Januar. Ein Auszug der freigegebenen und veröffentlichten Pressemeldung befindet sich noch einmal hier im Anhang, daraus geht ganz klar hervor, dass der betroffene Spieler die mit ihm besprochenen Rolle abseits des Spielbetriebs sogar unter seiner Zustimmung veröffentlicht wurden. Jedoch möchten wir nochmals an dieser Stelle betonnen, dass Peter Gasz in der Osthofener Meldung mit keinem Satz selbst zu Wort kommt. Wir wurden unter vier Augen, wie bereits wiedergegeben, aus anderen Gründen von Peter Gasz konfrontiert, die wir absolut respektieren. 

Hier noch einmal die angesprochene Passage aus der PM zur Bekanntgabe vom Wechsel von Peter Gasz. Wie in der Stellungnahme darlegt, liegt uns die Freigabe von Peter Gasz vor, dem ich die komplette PM mit Bitte um seine Freigabe zugeschickt und erhalten habe.

Neben einem Platz im Kader der neuen Saison plant die HSG Worms auch außerhalb des Spielbetriebs mit Peter Gasz. So wird der erfahrene Rechtshänder, der neben allen Rückraumpositionen auch am Kreis viele Impulse geben kann, eine Art spielender Co-Trainer von Gerd Zimmermann. „Ich habe Peter als ruhigen und doch sehr aufgeschlossenen, wachsamen Menschen auf und abseits des Spielfeldes kennengelernt. Deshalb ist er prädestiniert für eine Art verlängerter Arm auf dem Spielfeld, der sich außerdem beispielsweise um die Videoanalyse kümmern wird.“

Diese große Rolle ist ganz nach dem Geschmack des Neuzugangs. Peter Gasz sagt zu den Plänen der HSG: „In Osthofen konnte ich natürlich genau beobachten, wie sich die HSG entwickelt. Und die Entwicklung ist in jederlei Hinsicht sehr beeindruckend, ich freue mich auf den Wormser Weg, den ich gleich aus mehreren Perspektiven und Rollen mitgehen werde. Dennoch werde ich meinen baldigen Mannschaftskameraden im letzten Spiel der Saison beim Derby in Osthofen keine Geschenke machen. Ich werde bis zum letzten Wurf der Saison alles für die TGO und den Klassenerhalt geben, denn ich hatte in Osthofen eine schöne Zeit und bin froh, trotz meines Wechsels nicht aus der Welt zu sein.“

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