Punktgewinn im Hunsrück – HSG-Torwart Schwarzer trifft als Linksaußen doppelt

KASTELLAUN – Das war erneut nichts für schwache Nerven: Nach dem spektakulären Auswärtserfolg bei der HSG Völklingen ist den Handballern der HSG Worms am Wochenende der nächste Punktgewinn mit einem Minimalkader gelungen. Bei der punktgleichen HSG Kastellaun/Simmern erkämpfte sich die Mannschaft von Gerd Zimmermann ein 28:28 (15:10)-Unentschieden. Zum Matchwinner in einer turbulenten Partie avancierte Gästetorwart Max Schwarzer, der mit zwei Toren von Linksaußen einen Punktgewinn für seine Farben sicherte. Der gelernte Torwart der Wormser musste die letzten zehn Minuten im Feld ran, weil der HSG durch zwei rote Karten gegen Fabian Markert (40.) und Markus Metzdorf (50.) keine Feldspieler mehr zur Verfügung standen. „Max hat das richtig gut gemacht, aber es ist schon traurig, dass wir überhaupt in eine solche Lage kommen“, kommentierte Gerd Zimmermann die Geschehnisse nach Spielende.

Wie in Völklingen, bot die HSG auch im Hunsrück lediglich sieben einsatzfähige Spieler auf. Und der Rumpfkader legte los wie die Feuerwehr. In der Abwehr stand der Wormser Deckungsverbund sicher und eroberte im Zusammenspiel mit Torwart Sascha Gieger Ball um Ball. Per Gegenstoß und aus dem gebundenen Spiel bestraften die Wormser jeden gegnerischen Fehler und setzten sich so über 3:1 (5.) auf 10:4 (15.) ab. Die Gastgeber versuchten mit einem siebten Feldspieler die Harmlosigkeit bei eigenem Ballbesitz zu überwinden, doch die HSG aus Worms wusste alles zu verteidigen. Dass die Wormser dann lediglich mit einem Fünf-Tore-Vorsprung (15:10) in die Halbzeitpause gingen, lag einzig und allein an der ausbaufähigen Chancenverwertung. „Mit Ausnahme einiger Fehlwürfe war das eine ganz starke Halbzeit“, sagt Gerd Zimmermann rückblickend. Nach dem Seitenwechsel hatte der Trainer dann allerdings mehr zu beanstanden. Denn die Abwehr funktionierte nach Wiederanpfiff nicht mehr so gut wie noch in Durchgang eins. Die Hunsrücker erzielten ihrerseits Tor um Tor, während die HSG beste Chancen liegen ließ. So dauerte es keine zehn Spielminuten und der Vorsprung war verspielt. Als dann Fabian Markert in Gerangel mit einem Gegenspieler die rote Karte sah, war der Bruch im Spiel endgültig da. Ohne Auswechselspieler stemmten sich die HSGler trotzdem dagegen und gestalteten die Partie offen. Als dann in der 50. Spielminute auch noch Kapitän Markus Metzdorf wegen seiner dritten Zeitstrafe auf die Tribüne musste, drohte das Spiel zu kippen. Doch die Wende zu Gunsten der HSG Kastellaun/Simmern blieb aus. Denn der gelernte Torwart Max Schwarzer führte sich im Feld gut ein und die Mannschaft stemmte sich nach Kräften gegen die drohende Niederlage. Obwohl die Zimmermann-Sieben in dieser Phase große Probleme mit dem Gegner hatte, hielt sie dagegen. Und weil Max Schwarzer in der finalen Phase der Partie gleich zwei Mal das Tor traf, wurde der Aufwand schließlich mit einem Punkt belohnt. „Letztendlich nehmen wir den Punkt natürlich gerne mit, aber mit mehr Alternativen auf der Bank hätten wir hier auch den zweiten Punkt entführen können oder gar müssen“, resümierte Gerd Zimmermann.

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