Stolperstein Budenheim: Wieder keine Punkte gegen die Sportfreunde

WORMS – Die Sportfreunde Budenheim bleiben der Angstgegner der HSG Worms. Nach der Hinspielpleite ging auch das Rückspiel in der restlos ausverkauften Nikolaus-Dörr-Halle verloren. Das hochklassige Duell der derzeit erfolgreichsten Rheinhessenteams in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar endete aus Sicht der Wormser Gastgeber mit einer 25:30 (14:15)-Niederlage. HSG-Trainer Gerd Zimmermann sprach rückblickend von einer verdienten Niederlage, „weil Budenheim über die komplette Spieldauer gesehen die bessere Mannschaft war, die im Angriff weniger Probleme mit dem Torewerfen hatte und die Budenheimer Abwehr stabiler stand.“

Mit dieser Analyse skizzierte der Wormser Mannschaftsverantwortliche zugleich den kompletten Spielverlauf. Tatsächlich war nämlich vom Anpfiff weg zu erkennen, dass Budenheim in diesem Rheinhessenduell um Nuancen besser war. Während die Sportfreunde vom Anpfiff weg über ihren torgefährlichen Rückraum um Phillip Becker und Sören Dübal auf den beiden Halbpositionen nahezu unbedrängt für die eigenen Farben Tore markierten, war jeder Wormser Treffer ein hartes Stück Arbeit. Glücklicherweise gelang es den beiden Hauptarbeitern der HSG, die Budenheimer Pendants auf den Halbpositionen Fabian Markert (6) und Fabian Russ (1), mit Toren und Torvorlagen dagegenzuhalten. Konnten sich die beiden Wormser allerdings nicht in Szene bringen, folgte in der Regel kein Tor für die Gastgeber. Ganz anders auf Budenheimer Seite: Rückten die Budenheimer Rückraumspieler bei einem Angriff nicht in die Protagonistenrolle, fanden die Sportfreunde eine erfolgreiche Lösung über die Außenpositionen oder über den Kreis. Nach 4:3 und 6:5 drehte Budenheim die Partie (11.) und sorgte für einen knappen 14:15-Pausenrückstand der HSG. „Ich denke mit dem Einsatz von Fabian Russ auf Halbrechts haben wir den Gegner ein wenig überrascht“, kommentierte Gerd Zimmermann die Maßnahme, seinen Rechtsaußen in den Rückraum zu beordern. Dessen Aktionen sowie eine kämpferische Einstellung der gesamten Mannschaft hätten nach Meinung von Gerd Zimmermann dafür gesorgt, dass Budenheim im ersten Durchgang nicht enteilen konnte.

Einsatz und Wille prägten auch die Anfangsphase in Durchgang zwei. In der 38. Spielminute glich die HSG nach langer Zeit in Rückstand wieder aus und gestaltete das Spiel fortan Pari-Pari. „Aber man hat auch in dieser Phase gesehen, dass wir für Tore deutlich mehr investieren mussten als unser Gegner“, analysierte Gerd Zimmermann den Mittelteil der zweiten Halbzeit. Dass sich der enorme Kraftakt an diesem Tag trotzdem hätte lohnen können, zeigte dann die 49. Spielminute. Beim Spielstand von 21:21 gelang Markus Metzdorf (4) die viel umjubelte Führung. Nach einem unvorbereiteten Abschluss aus dem Rückraum tippte der Kreisläufer den Ball per Abstauber ins Budenheimer Tor. Budenheim war daraufhin für kurze Zeit eine gewisse Verunsicherung anzumerken. Aber dann machte sich das kräftezehrende Spiel der Wormser bemerkbar, eine Portion Pech gesellte sich hinzu und Budenheim fand auch ganz schnell zurück zu alter Stärke. Mit dem knappen Ein-Tore-Vorsprung im Rücken verpassten die Wormser nachzulegen. Exemplarisch: Ein aus der Bedrängnis versuchtes Kreisanspiel von Fabian Markert landete in den Händen des Gegners. Dieser warf den Ball nach vorne, um den Gegenstoß direkt einzuleiten. HSG-Mann Lucas Gerdon wusste den Gegenstoß jedoch durch eine sensationelle Rettungsaktion zu verhindern, donnerte den eroberten Ball durch einen Fehlpass jedoch prompt wieder ins Seitenaus. Budenheim bestrafte diese Situation mit dem Ausgleich und ließ direkt danach die Führung folgen. Ab diesem Moment funktionierte bei der HSG nichts mehr. Halbhoch abgeschlossene Würfe waren ein gefundenes Fressen für den gegnerischen Torwart und sogar der sonst so nervenstarke Jochen Schloß wählte beim Siebenmeterstrafwurf den halbhohen Abschluss. Gerd Zimmermann klagte nach Abpfiff: „Wir müssen es uns endlich abgewöhnen, die Bälle halbhoch zu werfen. Das funktioniert in der vierten Liga nicht. Außerdem müssen wir in der neuen Trainingswoche wieder vollzählig trainieren. Es kann nicht sein, dass wir uns auf ein Spiel mit sieben oder acht Feldspielern vorbereiten. Wir müssen als nächstes nach Illtal, das wird mindestens genauso schwer wie das Spiel gegen Budenheim, wenn nicht sogar noch schwerer.“

Aufstellung: Elgert, Gieger, Balaz (1), Russ (1), Eusterholz, F. Markert (6), Kulaszewicz (1), Christmann (1), D. Markert (5), Metzdorf (4), Schloß (2), Reichelt (2), Gerdon (1), Zimmermann (2)

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: