Tabellenführung verteidigt, Bingen geschlagen

WORMS – Die Tabellenführung in der Oberliga Rheinland-Pfalz Saar war und ist in der noch jungen Handballsaison der Platz, an dem sich die HSG Worms und deren Fans wohlfühlen dürfen. In der heimischen Nikolaus-Dörr-Halle feierten die HSGler den sechsten Sieg im siebten Spiel und verteidigten dadurch Tabellenplatz eins. Gegen die HSG Rhein-Nahe gewann die Mannschaft von HSG-Trainer Gerd Zimmermann mit 31:20 (17:11). Aufgrund des deutlichen Ergebnisses beim Sieg gegen den Tabellensechsten aus Bingen resümierte Gerd Zimmermann zufrieden: „Wir waren vom Anpfiff weg voll auf der Höhe und haben die Konzentration und das Spielniveau mit Ausnahme einer kurzen Phase nach der Halbzeitpause über die gesamte Spieldauer auf die Platte bringen können. Die Binger haben sich nach dem Fehlstart gefangen und in Anbetracht der angespannten Personallage ordentlich dagegengehalten. Die Gäste waren heute wahrlich nicht schwach, sondern wir wieder einmal ganz stark.“

Dieser Analyse von Gerd Zimmermann stimmte Gästetrainer Konrad Basa bei der abschließenden Pressekonferenz vollends zu. Der langjährige Trainer der HSG Rhein-Nahe sprach wie sein Trainerkollege von einem Fehlstart seiner arg verletzungsgebeutelten Mannschaft, weil diese bereits nach 10 Spielminuten mit fünf Toren in Rückstand lag (7:2). Immer wieder brachte die 6:0-Abwehr der HSG durch frühzeitiges Attackieren, schnelles Verschieben und punktuelles Antizipieren den Gegner aus den Norden Rheinhessens ins Schwimmen. Bingen produzierte aufgrund des in der Frühphase des Spiels nahezu perfekten Abwehrverhaltens der Gastgeber Fehler um Fehler. Fehlwürfe aus schlechter Wurfposition, Fehlpässe aus der Bedrängnis heraus und vieles mehr bestrafte die HSG mit schnellen Toren. Vor allem Spielmacher Denis Markert (6) netzte als Torschütze von Dienst über die erste und zweite Angriffswelle. Der Halbrechte Kai Zimmermann (6) schloss immer dann erfolgreich ab, wenn das Tempospiel nicht fruchtete. „Wir haben vor dem Spiel besprochen, dass wir in gewissen Situationen auf dem Weg nach vorne auch ab und an auf die Bremse treten müssen. Nicht jedes Mal ist es förderlich, in der ersten und zweiten Welle zum Abschluss zu kommen. Das haben wir in der Anfangsphase gut erkannt und Kai wurde immer wieder von der gesamten Mannschaft toll in Szene gesetzt. So stelle ich mir das vor, so sind wir unberechenbar“, sagte Gerd Zimmermann, dessen Mannschaft durch diese Variabilität mit einer komfortablen 17:11-Fürhung in die Halbzeitpause ging.

Doch dieses Polster drohte nach dem Seitenwechsel zu schrumpfen. Denn die HSG aus Worms legte in Durchgang zwei einen ähnlich schwachen Start hin, wie die HSG aus Bingen in Durchgang eins. Gerade einmal drei Tore gelangen der Zimmermann-Sieben von der 30. bis zur 40. Spielminute. Dass die Gäste in dieser Spielphase niemals näher als drei Tore an die HSG heran rückten konnten, lag in erster Linie am Torwart Sascha Gieger. Wie bereits beim Auswärtserfolg in Völklingen, zeigte der HSG-Schlussmann auch vor heimischer Kulisse eine Vielzahl an spektakulären Paraden. „Sascha wird von Spiel zu Spiel besser und ist definitiv bei uns in Worms angekommen. Er hat uns in dieser Schwächephase mit seinen Paraden unglaublich weitergeholfen“, lobte Gerd Zimmermann seine Nummer eins im Tor. Sascha Giegers Paraden hielten Bingen aber nicht nur auf Distanz, sondern hatten zugleich eine Signalwirkung an seine Vorderleute. Denn die Gastgeber übernahmen nach überstandener Schwächephase wieder die Spielkontrolle, verteidigten konsequent und erzielten bis zum Schlusspfiff wieder Tor für Tor. Am Ende war die Freude ob des 31:20-Heimerfolgs riesen groß. „Jetzt reisen wir am Sonntag mit großem Selbstvertrauen nach Zweibrücken, wo das nächste Topspiel steigt. Auch gegen die drittplatzierte VTZ Saarpfalz wollen wir natürlich gewinnen, aber selbst eine solch kurze Schwächephase wie gegen Bingen kann in so einem Spiel schon entscheidend sein. Wir werden alles in die Waagschale werfen und 60 Minuten Vollgas geben“, blickte Gerd Zimmermann auf abschließend auf die nächste Aufgabe des Tabellenführers.

Aufstellung: Gieger, Elgert, Balaz (1), Russ (1), Eusterholz (1), F. Markert (4), Schloß (1), Gerdon (3), Christmann (4), D. Markert (6), Metzdorf (3), Reichelt, Klimavicius (1), Zimmermann (6)

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