Wenn Handball zur Nebensache wird . . . Gute Besserung, Micky Kurka #10!

WORMS – Platz vier in Liga vier bleibt auch weiterhin in der Hand der HSG Worms. Am Sonntag feierten die Oberligahandballer aus der Nibelungenstadt einen hochverdienten und überaus souveränen 32:19 (18:9)-Heimerfolg gegen die HSG Kastellaun/Simmern. Nach dem Schlusspfiff in der Halle der Kerscheinsteiner Schule war aber weder dem Team noch den zahlreichen Wormser Fans nach Feiern zu mute. Denn um die 40. Spielminute herum ereignete sich eine Szene des Grauens: HSG-Spielmacher Michal „Micky“ Kurka wurde von einem Gegenspieler im Sprung gefoult, landete unkontrolliert auf dem Hallenboden und zog sich einen komplizierten Bruch des linken Unterarms wenige Zentimeter über dem Handgelenk zu.

„Diese Schreie werde ich persönlich und vermutlich auch viele andere in der Halle nie mehr aus dem Kopf bekommen. Wir sind zutiefst betroffen von dieser schweren Verletzung und wünschen Micky eine schnelle und gänzliche Genesung. Die HSG-Familie steht hinter dir, Micky“, sagt der sportliche Leiter der HSG Worms, Florian Stenner und informiert über den aktuellen Stand des Verletzten. Nach dem mit Hürden verbundenen Abtransport aus der Halle durch Rettungssanitäter und einer Nacht im Wormser Klinikum, wo der Knochen zumindest wieder gerichtet wurde und der Wormser Neuzugang aus Haßloch Mittel gegen die Schmerzen bekommen hat, stehen Untersuchen und höchstwahrscheinliche eine Operation an. „Mit der Unterstützung unseres Mannschaftsarztes Dr. Carl Priester Lasch werden wir Micky dabei unterstützen, die bestmögliche ärztliche Versorgung zu gewährleisten. Wie die Ärzte genau vorgehen werden und wie lange Micky ausfällt, das lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.“ Doch an ein handballerisches Comeback verschwendet man in Worms zu diesem Zeitpunkt kaum einen Gedanken, geht es doch zuallererst um die Gesundheit des Spielers. Dass diesen Gedanken auch Spieler beider Lager nach der Verletzungsunterbrechung umtrieb, war den Akteuren auf dem Feld anzumerken. Weder die HSG noch die Gäste gingen in den verbleibenden 20 Minuten ein Risiko ein, sondern beide Mannschaften wollten die Partie nur noch zum Ende bringen. Dass die HSG zu diesem Zeitpunkt längst überdeutlich in Führung lag, war der Situation zuträglich.

„Ich hätte am liebsten nach dieser Szene aufgehört“, kommentierte beispielsweise HSG-Spieler Kai Zimmermann die Geschehnisse nach der Verletzung seines Mitspielers. Auch Trainer Gerd Zimmermann fand nach dem Schlusspfiff kaum Worte für das, was sich da rund um Michal Kurka abgespielt hat. Mit Blick auf den dritten Schwerverletzten im HSG-Kader nach Fabian Russ (Kreuzband) und Luca Steinführer (Meniskus) konstatierte der Trainer: „Wir werden das Training natürlich der Personalsituation anpassen und hoffen darauf, dass wir in den kommenden Wochen und Monaten keine weitere Ausfälle zu beklagen haben. Im Moment sind aber alle Gedanken bei Micky und seiner Familie. Das nächste Spiel beim Aufsteiger Gösenroth/Laufsweiler werden wir versuchen, für Micky zu gewinnen.“

Aufstellung: Gieger, Elgert; F. Markert (4), Schloß (2/1), Kurka (3), Christmann (3), D. Markert (6/2), Metzdorf (4), Brestrich (4), Balaz (3), Zimmermann (3).

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