Gegner dominiert, Punkt entführt: Die Binger Festung hat gewackelt

BINGEN – Mit einer Punkteteilung sind die Handballer der HSG Worms in die Oberligasaison 2018/19 gestartet. Das Rheinhessenduell gegen die HSG Rhein-Nahe endete nach 60 packenden und zugleich stets fairen Handballminuten 31:31 (18:13)-Unentschieden. Die neu formatierte HSG mit ihrem neuen Trainer Marco Tremmel holte erstmalig in der vierjährigen Oberligazugehörigkeit einen Auswärtspunkt in Bingen. „Deshalb freue ich mich über den Zähler gegen eine heimstarke Mannschaft“, sagt Neu-Trainer Marco Tremmel und gesteht doch: „Eigentlich hätten wir die Partie gewinnen müssen.“

Denn der Trainer sah „50 bis 55 Minuten guten bis sehr guten Handball“ von seiner Mannschaft. Weil ein Spiel in Deutschlands vierter Liga aber eben 60 Minuten dauert, reichte eine starke Leistung über die fast komplette Distanz nicht für einen Sieg aus. Doch von vorne: Der Wormser Anhang sah von der Tribüne aus vom Anpfiff weg eine bestens eingestellte Mannschaft, die Bingen in Angriff und Abwehr mächtig unter Druck setzte. Mit Linksaußen Marvin Seyfried war zunächst lediglich einer von vielen Neuzugängen auf der Platte. Dennoch wirkte das HSG-Spiel von Grund auf verändert. Die 6:0-Abwehrformation agierte aggressiv und ließ den Gegenspielern innerhalb des Neun-Meter-Kreises keinerlei Raum zur Entfaltung. Im Zusammenspiel mit Torwart Thomas Elgert verteidigten die Wormser ihr Tor gekonnt und agierten in der Offensive gradlinig und erfolgreich. Über 6:4 (10.) und 11:8 (20.) erspielten sich die Wormser Drachen bis zum Pausenpfiff eine hochverdiente 18:13-Führung.

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Gäste aus der Nibelungenstadt zunächst die deutlich überlegene Mannschaft. Bingen wirkte im Angriff phasenweise völlig ratlos, jedoch gelang es den Hausherren in der Defensive mehr Druck aufzubauen. So leistete sich die HSG mit zunehmender Spieldauer Unkonzentriertheiten und individuelle Fehler auf allen Positionen. Bingen bestrafte die Wormser Nachlässigkeiten, wie ein 0:2-Lauf bei doppelter Überzahl, eiskalt. Zwei Minuten vor Schluss gelang den Hausherren tatsächlich der Ausgleich, dem die erste und einzige Führung im Spiel folgen sollte. Doch die Tremmel-Sieben zeigte Moral und glich durch Kreisläufer Moritz Brestrich zum 31:31-Endstand aus. 3 Sekunden vor Schluss nagelte Linkshänder Kubo Balaz den letzten Wurf der Partie sogar noch einmal ans Lattenkreuz – ein Sinnbild für den Spielverlauf in Durchgang zwei. Wenige Zentimeter trennten die HSG von einem Sensationssieg im nördlichen Rheinhessen. „Wir sind auf einem guten Weg, denn die Ansätze waren richtig gut. Jetzt folgt das Heimspiel gegen Mundenheim und wir sind gespannt, wie wir gegen den nächsten Wormser Angstgegner agieren werden.“

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