Gute Leistung gegen den Ligaprimus, aber keine Punkte

Eine gute Leistung reicht in der Handball-Oberliga in der Regel für die HSG Worms für einen Sieg. Gegen den hochkarätig besetzten Drittligaabsteiger und noch punktverlustfreien Tabellenführer TV Hochdorf reichet eine gute Leistung allerdings nicht, um etwas Zählbares mitzunehmen. Die Wormser Drachen unterlagen dem Favoriten mit 25:32 (14:13) und ernteten trotzdem Applaus vom eigenen Publikum in der wieder einmal ausverkauften Nikolaus-Doerr-Halle. „Worms hat das vor allem im ersten Durchgang gut gemacht und uns große Probleme bereitet“, zollte sogar Gästetrainer Steffen Christmann der HSG Respekt. Auch der Wormser Trainer Marco Tremmel war zufrieden mit dem Auftritt seiner Schützlinge: „Das dritte Spiel innerhalb von sechs Tagen gegen so einen Gegner so zu bestreiten, das war sehr in Ordnung. Jetzt kommen allerdings die Gegner, gegen die wir punkten wollen und müssen.“

In der ersten Halbzeit war den Hausherren die hohe Belastung in dieser Woche kaum bis gar nicht anzumerken. Trotz zweiter Partien in den Knochen, Budenheim am Mittwoch und Eckbachtal am Sonntag, legte die HSG erneut stark los. Nach ausgeglichener Anfangsphase erarbeiteten sich die Wormser über die Zwischenstände 4:4 (7.) und 8:8 (16.) eine Drei-Tore-Führung (12:9, 22.). Hochdorf hatte sichtlich Probleme mit der offensiven 5:1-Deckung der HSG, die vor allem die Wirkungskreise von Spielmacher Tim Götz massiv einschränkten. Zwar erarbeiteten sich die drittligaerfahrenen Mitspieler von Tim Götz ebenfalls Torchancen, doch diese kamen zum Teil aus der Bedrängnis heraus auf’s Tor, sodass HSG-Torwart Thomas Elgert einige sehenswerte Paraden hinlegen konnte. Im Angriff präsentierte sich die HSG mit Durchschlagskraft und erarbeitete sich eine 14:13-Führung zur Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel hatte diese Führung aber nicht mehr lange Bestand. Denn die Qualität im gegnerischen Kader war zu hoch für die Wormser, die ohne die Stammflügelzange um Luca Steinführer (Magen-Darm-Probleme) und Marvin Seyfried (Bauchtrauma) agieren mussten. Das Fehlen der beiden Hochkaräter machte sich ebenso bemerkbar, wie die hohe Belastung der intensiven Handballwoche. „Wir haben zwar gekämpft, aber Hochdorf war dann einfach zu stark“, skizziert Marco Tremmel den Spielverlauf in Durchgang zwei, der klar und deutlich an die Gäste ging. Diese konnten nicht nur in Sachen Feldspieler individuell stark besetzt wechseln, sondern auch im Tor. Dort kam im zweiten Durchgang Roko Pinoborio zum Einsatz, der in der vergangenen Saison noch das Tor des Bundesligisten Die Eulen hütete. So endete die Partie am Ende mit 25:32. In der kommenden Woche reisen die HSGler dann zum noch sieglosen Bundesligaunterbau der Eulen.

Ein Sonderlob von Mannschaft, Trainerteam und HSG-Vorstand Florian Stenner geht an die Schiedsrichter der Begegnung gegen den TV Hochdorf. Das junge Gespann Dario Lehmler und Jan Stitz hatte eine blitzsaubere Leistung gezeigt. „Respekt für diese Spielleitung. Das war wirklich hervorragend und gerade mit Blick auf die Geschehnisse vom Mittwoch eine Wohltat. Wir als Verein möchten uns – auch wenn wir keinen Einfluss hatten – noch einmal bei den Fans für die Brutalität der Partie entschuldigen und hoffen, dass Eltern und Kinder weiterhin den Weg in die Halle finden. Wir alle lieben diesen Sport und wenn es so wie gegen Hochdorf zugeht, haben wir alle Spaß“, sagt Florian Stenner.

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