Heimsieg gegen Tabellenvierten – Offenbach verdient besiegt

WORMS – Da war er wieder, der Jubelkreis der Wormser Drachen nach dem befreienden und zugleich hoch verdienten 33:30 (17:16)-Heimsieg gegen den TV Offenbach. Immer wieder waren die Handballer der HSG Worms nah dran das zu erreichen, was in dieser Viertliga-Saison bislang vor allem auswärts gelang: Zwei Punkte als Lohn für die harte Arbeit und die fokussierte Vorbereitung auf ein Spiel. Gegen die Überraschungsmannschaft der laufenden Oberliga, den Tabellenvierten aus der Pfalz, holten sich die HSGler ihre Belohnung.

„Wir haben eine aktuelle Spitzenmannschaft in der Liga verdient geschlagen“, kommentiert Kapitän Markus Metzdorf das Spiel seiner Farben. Das sah auch der Gegner so. Gästetrainer Michael Übel sagte bei der Pressekonferenz nach dem Spiel: „Die Wormser sind der verdiente Sieger, wir haben zu viele Fehler gemacht.“ Mit dieser Betrachtung hatte der Trainer des Tabellenvierten recht. Maßgeblichen Anteil an der zu hohen Fehlerquote des Gegners hatte die Wormser Sieben. Trainer Marco Tremmel überraschte den Gegner mit einer Manndeckung von HSG-Kreisläufer Moritz Brestrich gegen den aktuellen Liga-Topscorer Lukas Klein über die gesamte Spieldauer. „Wir haben durch diese Maßnahme einen der gefährlichsten Spieler der Liga bei nur einem Tor aus dem Spiel heraus gehalten und gleichzeitig durch beherztes Verteidigen Druck auf die restliche Mannschaft aufgebaut. Jeder hat heute abgeliefert, wir haben ein starkes Spiel mit der Unterstützung der Fans abgeliefert“, bilanziert ein rundum zufriedener Marco Tremmel.

Vom Anpfiff weg nahm sich der junge HSG-Kreisläufer Moritz Brestrich das Offenbacher Herzstück der Mannschaft zur Brust und begleitete ihn wie ein Schatten übers Feld der wieder einmal vollen Nikolaus-Doerr-Halle. Folgerichtig kam es vor dem Tor der Wormser Drachen zu einem 5:5 – mehr Platz für die Angreifer, mehr zu verteidigender Raum für die Abwehrspieler. Was nach einem Nachteil für die Abwehr klingt, war zunächst auch einer. Zwar war vom Anpfiff weg zu spüren dass Offenbach die Manndeckung gegen ihren Haupttorschützen nicht schmeckte, jedoch zeigte sich die Überraschungsmannschaft der Saison zunächst unbeeindruckt. Eine 1:0-Führung der HSG drehte Offenbach in ein 2:4 (7.) Die Hausherren, die übrigens aus verschiedensten Gründen auf alle drei Rechtsaußen verzichten mussten (Steinführer – Grippe, Dietz – Verletzung, Eusterholz – Trauerfall) und stattdessen mit Rechtshänder Florian Sturm begannen, ließen Offenbach zu viele Freiräume in der Deckung. Im Angriff ließen die Hausherren zudem noch klare Torchancen liegen. Nach 16 Minuten stand es folgerichtig 7:11. „Lukas Klein was bis zu diesem Zeitpunkt kein Faktor, der Matchplan ist an der Stelle aufgegangen“, kommentierte HSG-Trainer Marco Tremmel die Anfangsviertelstunde, die trotzdem mit einem Time-Out des Trainers endete: „Uns haben 2 bis 3 Prozent gefehlt, deshalb mussten wir uns noch einmal kurz neu fokussieren“, sagte der Wormser Mannschaftsverantwortliche zu seiner „grünen Karte“. Die Auszeit von Marco Tremmel zeigte gewaltige Wirkung. Denn seine Mannschaft legte in den Folgeminuten einen 7:0-Lauf hin, angeführt von Spielmacher Denis Markert und einem mit zunehmender Spieldauer stärker werden und schlussendlich überragend haltenden Adrian Taday im Wormser Tor. Während der 18-jährige Torwart und seine Vorderleute zwischen der 16. und 22. Spielminute kein Tor zuließen, sorgten drei Tore von Denis Markert und 2 Tore von Fabian Markert für die Wende im Spiel und auf der Ergebnistafel. 14:11 der Spielstand nach 22 Minuten. Doch Offenbach stünde nicht im ersten Tabellendrittel, wäre der TV keine stabile Mannschaft. Die Gäste stoppten den Lauf und sorgten durch eigene Tore für einen spannenden 17:16-Halbzeitstand.

Nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung ein für die Zuschauer unterhaltsames und packendes Hin und Her. Der HSG war der unbedingte Siegeswelle anzumerken, doch Offenbach ließ sich von keinen Rückschlägen unterkriegen. Ein Doppelschlag von Kubo Balaz direkt nach Wiederanpfiff wussten die Offenbacher ebenso zu beantworten, wie einen 6:2-Lauf in den darauf folgenden Minuten. In der 54. Spielminute stellten die Gäste sogar den Ein-Tore-Halbzeitstand wieder her, doch alle Wormser Feldspieler inklusive eines indes überragend parierenden Torhüters behielten die Oberhand. Ein Tor von Fabian Markert und ein Tor von Moritz Brestrich. beim Spielstand von 31:30 entschieden die Partie zu Gunsten der Wormser Drachen. „Die Markert-Brüder haben heute zusammen 17 Tore gemacht, das war eine Klasse Leistung von beiden. Aber auch die jungen Spieler wie Moritz Bestrich und der noch einmal deutlich jüngere Adrian Taday haben heute eine sehr gute Leistung gezeigt. Insgesamt hat die Mannschaft heute Großartiges geleistet und wirklich jeder eingesetzte Spieler hatte seine wichtige Szene. Selbst wenn kein Tor dabei herumgekommen ist, waren heute auch Balleroberungen oder Stoppfouls in den richtigen Momenten so wichtig wie Tore“, resümierte HSG-Trainer Marco Tremmel, nach großem Jubel im gemeinsamen Mannschaftskreis

Zu dem zählte übrigens auch erstmalig der 17-jährige Jonas Beyer. Durch den Ausfall aller Rechtsaußen rückte der A-Jugendliche in das Viertligateam hoch. Auf einen Einsatz muss der Wormser Bub mit der linken Wurfhand und den flinken Beinen zwar noch warten. Ein Erfolg der HSG-Jugendarbeit ist es aber allemal, dass das Talent so früh den Weg in den Erstmannschaftskader geschafft hat. Es greift die Maßnahme Jugend- und Aktivenbereich durch ein „Job-Sharing“ von Stefan Wegerle, Co-Trainer der ersten Mannschaft und Trainer der Wormser A-Jugend.

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